Werkstattgespräche "Kinder aus suchtbelasteten Familien – (k)ein Thema für die Frühen Hilfen?" - Frühe Hilfen und Suchthilfe im Dialog

Ca. 3 Mio. Kinder in Deutschland haben suchtkranke Eltern und es ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Die „Landeskoordinierungsstelle Frauen und Sucht NRW, BELLA DONNA“ hat im Rahmen eines Modellprojekts für die Jahre 2017 und 2018 bei Sucht- und Drogenberatungsstellen in NRW Daten zu den Kindern der dort betreuten Mütter und Väter (oder Klient*innen) erhoben. Beteiligt waren 57 Beratungsstellen in 2017 und 47 in 2018. Die auf diesem Weg erhobenen Daten zu den Lebenswirklichkeiten der betroffenen Kinder liegen in dieser Form und diesem Detaillierungsgrad in Deutschland nun erstmalig vor: Insgesamt haben 38,8 % (2017) bzw. 40,6 % 82018) der Klient*innen eigene Kinder, von denen die meisten bei ihren suchtkranken Eltern leben (vgl. hierzu und zu weiteren Informationen die Abschlussdokumentation des Modellprojekts).

Die Frühen Hilfen richten sich an alle Familien und setzen gleichzeitig einen Fokus auf Familien in schwierigen Lebenslagen. Im Rahmen der Beratung und Betreuung von Familien können die Frühen Hilfen über eine Suchtbelastung in der Familie „stolpern“ oder sie sind in einem Tandem beispielsweise mit einer Sozialpädagogischen Familienhilfe in einer suchtbelasteten Familie tätig. 

Im Dialog zwischen den Arbeitsbereichen Frühe Hilfen und Suchthilfe kann die fachliche Ausgangslage für dieses anspruchsvolle Unterstützungssetting verbessert werden: Wissensvermittlung und Erfahrungsaustausch im Rahmen von Online-Werkstattgesprächen sensibilisieren für die besonderen Belastungslagen betroffener Familien und führen zu mehr Entscheidungs- und Handlungssicherheit in der Konfrontation mit unklaren und herausfordernden Situationen in den Familien.

 

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