Startschuss für das Projekt „Medikamentenabhängige schwangere Frauen, Mütter und ihre Kinder“

Die Landeskoordinierungstelle Frauen und Sucht NRW, BELLA DONNA, ist im Juni 2014 mit dem  Projekt „Medikamentenabhängige schwangere Frauen, Mütter und ihre Kinder“ an den Start gegangen. Finanziell gefördert wird das Projekt durch das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen. Für die Projektleitung konnte Frau Beate Schröder gewonnen werden.

Hintergrund des Projekts ist, dass Frauen den Großteil der geschätzten 1,4 bis 1,9 Millionen medikamentenabhängigen Erwachsenen in Deutschland bilden, jedoch kaum Wissen zur Prävalenz von missbräuchlichem Konsum und Medikamentenabhängigkeit in der Schwangerschaft sowie zur Situation medikamentenabhängiger Frauen, die mit ihren Kindern zusammen leben, existiert. Trotz der erdrückenden empirischen Befunde, die zahlreiche Entwicklungsrisiken – einschließlich des Risikos, selbst suchtkrank zu werden – für Kinder suchtbelasteter Mütter, Väter oder Eltern belegen, sind medikamentenabhängige Frauen und ihre Kinder nicht im Blick von Suchthilfe und Forschung. Möglicherweise in der Praxis vorliegende Erfahrungen zu Angeboten und Strategien sind weder veröffentlicht noch systematisiert.

Wesentliche Zielsetzung ist es daher, Erkenntnisse zu diesem Themenfeld und den Zielgruppen zu gewinnen und hierauf aufbauend die Erreichbarkeit und Versorgung von medikamentenabhängigen schwangeren Frauen, Müttern und ihren Kindern zu verbessern. In einer ersten Projektphase werden hierfür der nationale und internationale Forschungsstand aufbereitet, vorliegende Erkenntnisse aus der praktischen Arbeit gesammelt und ausgewertet sowie – basierend auf den vorliegenden Forschungsbefunden und dem Praxiswissen – erste konkrete Hilfe- und Behandlungskonzepte erarbeitet. Die sich hieran anschließende Projektphase dient der weiteren zielgruppenspezifischen Differenzierung der Hilfe- und Behandlungskonzepte, der Erstellung von Arbeitshilfen, der Entwicklung und Etablierung von Qualifizierungsangeboten sowie der Erarbeitung von Empfehlungen für die Versorgungsstruktur. Durch die Vernetzung der unterschiedlichen Professionen soll es schließlich gelingen, eine integrierte, berufs- und arbeitsfeldübergreifende, kooperative Versorgungsstruktur für die Zielgruppen der medikamentenabhängigen Schwangeren und Müttern mit ihren Kindern zu schaffen.

Eine große Herausforderung, die der Beteiligung und Unterstützung zahlreicher Akteurinnen und Akteure bedarf!

Nähere Informationen zu dem Projekt finden Sie hier.

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