Konsum von Glücksspielen bei Kindern und Jugendlichen in NRW

tl_files/images/pages/News/Foto_GSS_kinder.jpgDie Zahl der Kinder und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen, die an Glücksspielen mit Geldeinsatz und Geldgewinnmöglichkeiten teilnehmen, steigt. Innerhalb eines Jahres haben etwa 44 Prozent von rund 6.000 befragten Schülerinnen und Schülern an einem Glücksspiel mit Geldeinsatz teilgenommen, vor zehn Jahren waren es noch 40 Prozent. Mehr als fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen zeigen bereits ein problematisches Glücksspielverhalten oder sind entsprechend gefährdet. Das geht aus einer Studie hervor, die die Universität Mainz im Auftrag des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums erstellt hat.

Den ausführlichen Abschlussbericht der Studie können Sie hier aufrufen.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Studie kurz zusammengefasst:

  • Bei etwa 1,7 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen konnte ein problematisches Glücksspielverhalten und bei weiteren 3,5 Prozent eine entsprechende Gefährdung festgestellt werden.
  • Rund 70 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen haben bereits an mindestens einem Glücksspiel teilgenommen.
  • Glücksspiele werden von Jungen deutlich häufiger genutzt als von Mädchen. Jungen haben daher auch ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines problematischen Glücksspielverhaltens. Dies gilt auch für Kinder und      Jugendliche mit Migrationshintergrund und unzureichender gesellschaftlicher Integration.
  • Die erste Teilnahme an Glücksspielen findet durchschnittlich im Alter von 13 Jahren statt.
  • Am häufigsten werden Kartenspiele, Rubbellose, Würfelspiele, Sportwetten und Geldspielautomaten genutzt.
  • Zu problematischem Glücksspielverhalten führt vor allem die Nutzung von Geldspielautomaten sowie internetgestützten Glücksspielangeboten.

Die Maßnahmen des Landes zur zielgruppenspezifischen Prävention bei Kindern und Jugendlichen werden verstärkt. Neben der finanziellen Unterstützung der vielfältigen Angebote der Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht NRW stellt das MGEPA zur Unterstützung der Aufklärungs- und Beratungstätigkeit die Handreichung für Fachkräfte „Konsum von Glücksspielen bei Kindern und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen“ zur Verfügung, die auf der Grundlage der Studienergebnisse Hinweise und Anregungen für die praktische Arbeit vor Ort gibt. Die Broschüre kann unter www.mgepa.nrw.de/publikationen bestellt werden.

Pressemitteilung des MGEPA anlässlich der Veröffentlichung der Studie und der Broschüre

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