09. September 2013 - Tag des alkoholbeschädigten Kindes

In Deutschland trinken immer noch 14 Prozent der Schwangeren gelegentlich Alkohol. Alkoholkonsum während der Schwangerschaft und der Stillzeit gefährdet die Entwicklung des Gehirns des Kindes. Die Folge sind geistige und seelische Beeinträchtigungen, sog. Alkoholspektrumstörungen (FASD), die zu den häufigsten angeborenen Erkrankungen zählen. Aber auch Aufmerksamkeitsdefizitstörungen und ein niedriger IQ können die Folge sein. Die Beeinträchtigungen sind oft unheilbar und schränken ein selbstständiges Leben stark ein.

Schätzungsweise 10.000 Kinder werden jährlich mit Alkoholspektrumstörungen (FASD) geboren. Bis zu 4.000 Kinder pro Jahr weisen das Vollbild des fetalen Alkoholsyndroms (FAS) auf. Damit ist die Häufigkeit der Kinder, die mit dem FAS geboren werden, im Vergleich zum Down-Syndrom doppelt so hoch. Maßnahmen der Aufklärung und Information über Risiken und Gefahren von Alkoholkonsum während der Schwangerschaft und Stillzeit insbesondere für schwangere Frauen, Mitarbeitende in gynäkologischen Praxen sowie Hebammen sind daher weiterhin zu verstärken. 

Zur Behandlung ist die vor Kurzem erstellte erste S3 Leitlinie zur Diagnostik des Fetalen Alkoholsyndroms hilfreich. Sie ermöglicht erstmals in Deutschland eine einheitliche Diagnose von FAS bei Kindern und Jugendlichen. Die Leitlinie schafft die Voraussetzung für eine frühzeitige Diagnose, damit die Betroffenen möglichst schnell Hilfe- und Förderangebote erhalten.

Hier finden Sie die Langfassung der S3 Richtlinie:

http://www.drogenbeauftragte.de/fileadmin/dateien-dba/Presse/Downloads/S3_Leitlinie_Diagnostik_FAS_Langfassung.pdf

Weitere Infos zu Alkohol in der Schwangerschaft finden Sie hier:

http://www.kenn-dein-limit.de/alkohol/schwangerschaft-und-stillzeit/

Zum Tag des Alkoholbeschädigten Kindes warnt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmanns, in einer Pressemitteilung: Kein Alkohol während der Schwangerschaft – dem Kind zuliebe!

 

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