Veröffentlichung des Jahresberichts 2016: Die Arbeit der Drogenkonsumräume in NRW

In Nordrhein-Westfalen gibt es derzeit zehn Drogenkonsumräume. Die Inanspruchnahme und Nutzung der insgesamt 96 Konsumplätze wird entsprechend der gültigen Rechtsverordnung dokumentiert und evaluiert.
Die Landesstelle Sucht NRW unterstützt im Auftrag des Ministeriums für Arbeit. Gesundheit und Soziales des Landes NRW die Drogenkonsumraum-betreiber*innen bei der Erhebung und Auswertung der Daten. Der Jahresbericht 2016 stellt die Ausstattung der Standorte sowie die Inanspruchnahme in 2016 dar. Darüber hinaus wurden Jahresvergleiche mit den Auswertungsjahren 2014 und 2015 durchgeführt.

Drogenkonsumräume haben sich als niedrigschwellige, in das Suchthilfesystem integrierte Angebote zur Gesundheits- und Überlebenshilfe bewährt. Die Angebote und Leistungen sind anerkannt und werden von den Konsument*innen bestätigt und genutzt. In 2016 gab es insgesamt 211.730 Konsumvorgänge (M:188.088; W:23.642).

zum ausführlichen Jahresbericht 2016

In 2015 wurden Änderungen an der Verordnung zum Betrieb von Drogenkonsumräumen in NRW rechtskräftig. Neben der Entfristung der Verordnung sowie der Umsetzung einer gendergerechten Sprache wurden einige fachlich-inhaltliche Anpassungen vorgenommen, damit den mit dem Drogenkosum verbundenen gesundheitlichen Risiken noch gezielter entgegen gewirkt werden kann. Hierzu gehören u.a. die Erweiterung der zugelassenen und im Vergleich zur intravenösen Drogenapplikation risikoärmeren Konsumarten um den nasalen Konsum sowie der zugelassenden Konsumstoffe um die bei Drogenabhängigen weit verbreiteten Benzodiazepine. 

Mit der Änderung der Verordnung über den Betrieb der Drogenkonsumräume ist erkennbar Substituierten der Zugang zu den Drogenkonsumräumen ermöglicht worden. Insgesamt wurden in 2016 28.271 Konsumvorgänge von erkennbar Substituierte durchgeführt (M: 24.174; F: 4.097). Das entspricht einem Anteil von 13 % der gesamten Konsumvorgänge. Der Anteil erkennbar substituierter Frauen ist mit 17% der gesamten Konsumvorgänge der Frauen etwas höher. Die Dokumentation der Konsumvorgänge von substituierten Frauen und Männern konnte in 2016 nicht an allen Standorten unmittelbar und vollständig umgesetzt werden. So konnten z. B. in 2016 nur 8 Standorte berücksichtigt werden. Die Daten können daher nur zur ersten Einschätzung dienen.

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