Änderung der Drogenkonsumraum-Verordnung

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Drogenkonsumräume haben sich als niedrigschwellige, in das Suchthilfesystem integrierte Angebote zur Gesundheits- und Überlebenshilfe bewährt.

Neben der Entfristung der Verordnung sowie der Umsetzung einer gendergerechten Sprache werden einige fachlich-inhaltliche Anpassungen vorgenommen, damit den mit dem Drogenkosum verbundenen gesundheitlichen Risiken noch gezielter entgegen gewirkt werden kann. Hierzu gehören u.a. die Erweiterung der zugelassenen und im Vergleich zur intravenösen Drogenapplikation risikoärmeren Konsumarten um den nasalen Konsum sowie der zugelassenden Konsumstoffe um die bei Drogenabhängigen weit verbreiteten Benzodiazepine.

Eine wesentliche Änderung betrifft die Erweiterung des Nutzerkreises um erkennbar Substituierte, die nicht mehr generell von der Nutzung des Drogenkosumraums ausgeschlossen werden. Es ist wissenschaftlich belegt, dass der Verzicht auf den zusätzlichen Konsum von Betäubungsmitteln krankheitsbedingt häufig nicht sofort gelingt und die Betroffenen durch dieses Konsumverhalten gesundheitlich besonders gefährdet sind. Durch eine auf den Einzelfall bezogene gezielte Beratung und Unterstützung der Drogenkonsumierenden soll darauf hingewirkt werden, dass die Nutzung des Drogenkonsumraums in das jeweilige therapeutische Gesamtkonzept zur Substitutionsbehandlung einbezogen wird.

Damit wird auch den für die Substitutionbehandlung maßgeblichen Richtlinien der Bundesärztekammer Rechnung getragen, wonach ein zusätzlicher Drogenkonsum als Merkmal der Abhängigkeitserkrankungen nicht zwangsläufig zu einem Abbruch der Substitutionsbehandlung führen muss. Zugleich wird die Rechtssicherheit der Mitarbeitenden im Drogenkonsumraum verbessert, die sich durch das Verbot der Nutzung des Angebotes durch Substituierte regelmäßig dem Vorwurf ausgesetzt sahen, sie hätten bei sorgfältiger Prüfung diesen Ausschlussgrund für die Nutzung des Drogenkonsumraums erkennen können.

Verordnung zur Änderung der Verordnung über den Betrieb von Drogenkonsumräumen

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